Herzlich Willkommen zu unserer Ausstellung zum Thema Nicht(s)tun! 

Nicht(s)tun ist in der Gesellschaft häufig negativ konnotiert. Wer nichts tut, ist inaktiv, also faul – zumindest scheinbar.
Denn tun wir wirklich gar nichts, wenn wir mal nicht am Tun sind? Oder kann im Nichtstun nicht auch eine Chance zum Tun liegen?
Ist Nichtstun eigentlich dasselbe wie Nichttun? Was passiert, wenn wir etwas nicht tun? Dies sind nur einige der Fragen, auf die wir bei der Auseinandersetzung mit dem Thema Nicht(s)tun gestoßen sind.

Mit dieser Ausstellung möchten wir besonders auf die Bedeutung, die Nicht(s)tun für die Pflege hat, aufmerksam machen.
Angesichts jahrzehntelang bestehenden Pflegenotstands scheint es vermessen, über Nicht(s)tun in der Pflege zu sprechen, da doch nicht einmal ausreichend Pflegepersonal zur Verfügung steht,
um die notwendigsten Pflegehandlungen auszuführen. Allerdings wird dadurch auch vergessen, dass Pflege eben nicht nur aus dem besteht, was getan wird, sondern genauso aus all dem, was nicht getan wird.

Dass dem so ist, haben uns Pflegekräfte aus der Palliativen Pflege bestätigt, die wir dazu interviewt haben.
Sie berichteten davon, wie wichtig Nicht(s)tun sein kann, da es als „Türöffner“ dazu dienen kann, einen „Raum [zu schaffen], dass der Patient sein kann“.
Dieser Raum ist es, der es ermöglicht, Patienten Respekt, Akzeptanz und Wertschätzung entgegenzubringen. Zudem eröffnet der Raum des Nicht(s)tun Dialoge, die sonst nicht möglich gewesen wären.
Gleichzeitig ist Nicht(s)tun keineswegs so leicht, wie man vielleicht denken könnte. Es bedeutet oft Aushalten und kann Gefühle auslösen, die von Unzufriedenheit, Frustration und
Wut über Hilflosigkeit und Ohnmacht bis hin zu Verzweiflung und Trauer reichen.

Wir laden Sie herzlich ein, anhand unserer Überlegungen und der Aussagen von Pflegekräften selbst über das Nicht(s)tun nachzudenken.

Ausstellung betreten



Diese Ausstellung ist durch unsere Projektarbeit zum Thema „Dasein und Nicht(s)tun“ als Teil professionellen Pflegehandelns in der Palliativen Pflege –
Annäherung an eine schwer fassliche Kompetenz“ im Modul „Pflegewissenschaftliches Fachprojekt“ im Wintersemester 2021/2022 entstanden.

Wir, Sarah Detmers, Nadine Meyer, Franziska Nakamura und Beyza Özcan, sind Studentinnen im 7. Semester des Studiengangs Pflege Dual der HAW Hamburg.

Begleitet wurde das Projekt von Katharina Straß (Dipl. Pflegepädagogin, Lehr-Lern-Coach), wissenschaftliche Mitarbeiterin am Department Pflege und Management der HAW Hamburg und Cornelia Hlawatsch (Dipl. Pflegefachfrau, Pflegeexpertin Palliative Care), freiberufliche Dozentin für Palliative Care.

Außerdem sorgte Prof. Dr. Alice Lagaay, Professorin für Ästhetik und Kulturphilosophie am Department Design der HAW Hamburg, für einen philosophischen Impuls.

Die Illustrationen hat Vanessa Reed, Studentin im 6. Semester im Studiengang Illustration, entworfen.
Für die Gestaltung der Webseite zeichnet sich Sandy Richter, Studentin im 8. Semester im Studiengang Kommunikationsdesign, verantwortlich.